Die US-Wirtschaft boomt dank der pandemiebedingten Aufholeffekte und staatlicher Unterstützung. Das kräftige Wachstum – plus 6,4 Prozent im 1. Quartal – dürfte sich auch im 2. Quartal fortsetzen. Einen Schub sollten künftig die riesigen Ausgabenprogramme entfalten, die die US-Regierung plant: Auf sechs Billionen Dollar summieren sich das Corona-Hilfspaket sowie das Infrastruktur- und Bildungsprogramm.

In Europa verläuft der Aufschwung weniger dynamisch und dürfte seinen Höhepunkt erst im Jahr 2022 erreichen.

Asien erholt sich insgesamt schneller von der Covid-19-Pandemie als der Rest der Welt. Unsicher ist allerdings, wie sich die Situation in Indien nach der massiven Zunahme der Corona-Erkrankungen entwickelt.

Niemand hat Zinserhöhungen auf dem Zettel, so lauteten bisher unisono die Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell und Finanzministerin Janet Yellen. Letztere hat unlängst das Wort Zinserhöhungen dann doch schon einmal in dem Mund genommen – sie könnten, ganz moderat, notwendig werden, falls die US-Wirtschaft Gefahr laufen sollte zu überhitzen. Das könnte sowohl die Aktien- als auch die Anleihemärkte unter Druck setzen.

Sollte die Inflation in den USA deutlich und für längere Zeit über der Marke von zwei Prozent liegen, könnte die US-Notenbank zudem damit beginnen, ihre Aufkaufprogramme zurückzuführen, was die Kapitalmärkte ebenfalls belasten dürfte.

Die Märkte sehen auf die Zeit nach Corona, so die generelle Sichtweise. Ganz so planbar scheint die Entwicklung der Pandemie aber nicht zu sein, wie sich am Beispiel von Indien zeigt, wo massive Ausbrüche Land und Leute in arge Bedrängnis bringen, mit bisher noch nicht absehbaren negativen Folgen für die Wirtschaft.

Auch politisch gibt es einige Stolpersteine. Auf internationaler Ebene wird immer klarer, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht auf eine schnelle Lösung hinausläuft, sondern im Gegenteil eher an Schärfe gewinnt. Auch in der EU deutet sich eine kritischere Haltung gegenüber China an.

Sowohl in den USA als auch in China könnte eine stärkere Regulierung von Technologiefirmen dazu führen, dass deren Gewinne nicht mehr ganz so rasant wachsen wie bisher. Zudem drohen in einigen Ländern höhere Steuern.